Blut und Schweiß, dominieren die Szenerie…


....Geschundene Körper, wovon die meisten dem Tode näher als dem Leben sind, säumen den Fuß der inneren Burgmauern…
Um Linderung flehende Rufe nach Heilern durchfluten die Mauern…
Der Schmerz und das Grauen, des zuvor Erlebten steht den Kämpfern ins Gesicht geschrieben, doch immer wieder huscht, wenn auch gequält, ein Lächeln über die Münder und in ihren Augen spiegelt sich Erleichterung und Stolz, über das Erreichte wieder…
Doch was war geschehen, was trieb sie hinauf, wofür oder wogegen warfen sie sich in den Kampf?
Anfang des Jahres, zum alljährlichen Lichterfest, dass zu Ehren der einstigen Burgherrin auf dem Handelsposten abgehalten wurde, ist aus der Legende um ihren Schatz Gewissheit geworden.
Tatsächlich gefunden und geborgen, brachte er jedoch nicht den erhofften Reichtum dafür aber einen Fluch über all jene, die sich ein Stück von ihm einverleibten und dessen Wirkung reichte von Juckreiz bis hin zum Verlust des Augenlichts.
Seit jenem schicksalhaften Tage ertönte je zur gleichen Stunde ein bis ins Mark dringender Schrei, woraufhin kurze Zeit später eine Gestalt auf dem Hügel beim Marktplatz erschien. Anfänglich allein, mit fortschreiten der Tage dann auch mit Gefolge, die letztlich sogar mit gezogenem Schwert durch die Taverne lief. Nicht auf Streit oder Kampfe aus schritt er mit festem Schritt immer den gleichen Weg ab und verschwand dann ebenso plötzlich, wie er erschien. Es war kein Mensch, sondern vielmehr jemand aus dem Reich der Toten aber auch kein „gewöhnlicher“ Untoter und sein Schwert vermochte auch zu scheinen. Es schien so zu sein, als wäre die Gestalt, der Gardist, der zurück aus dem Reich der Toten gekehrt war, um zu bestrafen, sondern vielmehr um zu warnen – zu warnen vor einer Gefahr, die weit größer ist, als man sich vorstellen könne und die sich hoch oben auf der Burg befand.
Noch jemand war dem Reich der Toten entstiegen und es ist der alte Burgherr, der wieder seinen Thron bestiegen hat.
Neben Banditen, die nun einmal von aufkeimenden Wohlstand wie Fliegen vom Speck angezogen werden, tauchten jüngst auch vermehrt widerlich und garstige Untote auf, die von einem Knochenpriester herbeigerufen wurden und Angst sowie Schrecken unter den Reisenden und Bewohner verbreiteten.
Als die Überfälle jener Gruppen zunahmen, blieb keine Wahl und so zogen die tapferen Kämpfer vom Handelsposten aus, um das Banditenlager auszuheben und sich von der Plage der Untoten zu befreien. Als der Knochenpriester gerichtet war, ließ er etwas fallen, was sich als das Schwert des Gardisten entpuppte. Wie er daran kam und warum er es hatte, ließ und lässt sich nicht klären aber dass es nun in der Hand des Handelsposten war, ist Fluch und Segen gleichermaßen gewesen, da nun eine Chance aufgetan wart, den Schatz zurück zu bringen, aber dies ein Weg der Entbehrung und des Grauens sein würde.

Die alten Schriften berichteten über solch ein Schwert und auch darüber, wie es zu führen sei aber vor allem berichteten sie davon, wie kraftraubend es für seinen Führer ist, weshalb es zur Bezwingung von solch mächtigen Gegnern mindestens zehn Kämpfer bedurfte, von denen auch nur jeder einen Schlag führen sollte. Nichts dem Zufall überlassen wollend, ließ der Hauptmann, durch Zweikämpfe auf dem Marktplatz, ermittelt, wer zu den besagten Zehn gehören solle. Allen Übrigen fiel die Aufgabe zu, die Zehn sicher an ihren Bestimmungsort zu geleiten.
Unwissend darüber, wer oder was sich auf der Burg befinden könnte, haben die geflüchteten Banditen Zuflucht im äußeren Kreis der Burg gesucht und so liefen die Kämpfer des Handelsposten nichtsahnend in einen Hinterhalt, woraufhin ein heftiger Kampf entbrannte. Es schien ein beinah ausichtsloses Unterfangen, da die besten zehn Kämpfer, geschützt werden mussten und nicht selbst eingreifen konnten, doch Wagemut, Selbstlosigkeit und Aufopferung ließen die Truppen des Handelsposten obsiegen!
Stark geschwächt doch mit festen Willen wurden die Banditen geschlagen und die Burganlage zurückerobert.
Vorsichtig und Stück für Stück wagten sich die Truppen weiter ins Innere, bis sie im einstigen Tafelsaal tatsächlich auf den Burgherren mit seinen Schergen trafen.
In Plattenrüstung und mit schweren Waffen standen sie schützend vor dem, dem sie ihre Treue schworen.
Gelächter und Hohn war alles, was der fleischgewordene Geist des einstigen Herren für die Wagemutigen übrighatte, bevor seine Schergen den Kampf eröffneten.
Es wart, als würden sich die Tore zur Hölle öffnen, als der Kampf entbrannte – ein Kämpfer nach dem Anderen wurde durch des Herrens Schergen und ihrer Großen Waffen niedergestreckt, doch ihr unbedingter Siegeswille ermöglichte den auserwählten Zehn ihre Schläge mit der magischen Klinge präzise zu setzen und so den Burgherren zu bezwingen.
Mit lautem Getöse ging er letztlich zu Boden ging und sein Geist unwiderruflich dessen Körper verließ.
Während der Schatz zurück gebracht und damit der einstigen Herrin sowie ihrem Geliebten nun endlich ihre letzte Ruhe finden konnten, vollzog eine Schamanin ein Ritual, mit dessen Hilfe auch der Burgherr würdevoll und hoffentlich endgültig zurück in das Reich der Toten kehren sollte.
„Auch wenn er zu Lebzeiten ein Scheusal war, so müssen wir seinen Körper nicht wie eines verrotten lassen!“ mit diesen Worten begann sie ihr Werk und die rege Teilnahme der Anwesenden gab ihr und ihrem Ansinnen recht.
Zurück auf dem Handelposten, wurden die letzten Wunden versorgt, bevor man sich, bei den Klängen der Barden, bestem Met und wärmenden Feuer, vom berauschenden Gefühl des Sieges in die Nacht tragen ließ und auch die Feuershow genießen konnte.
Der Handelsposten besteht, dank aller weiter und wird auch künftig für rauschende Feste, gute Geschäfte und unvergessliche Zeiten da sein.
PS Das Ende des Knochenpriesters, war auch scheinbar das Ende der Plage mit den Untoten hier in der Gegend aber dennoch kann sich bislang niemand erklären, weshalb er erschien – es gibt weder ein Band zum Burgherren, noch zum Gardisten…